Gute Figur

Das haben Katzen im Laufe ihrer Entwicklung echt gut angestellt, dass sie immer eine gute Figur abgeben, ganz gleich was sie machen.

Selbst wenn sie nur den ganzen Tag faul auf der Fensterbank und ihrer geliebten Fußmatte liegen und sich die Sonne auf den Pelz brennen lassen, sehen sie klasse dabei aus.

Die Katze Paula sonnt sich
Die Katze Paula sonnt sich

Politische Katze

Die Katze Paula ist offensichtlich ziemlich politisch. 🙂

Heute hat sie die alte Europa-Flagge aus einer Schublade herausgekramt und demonstrativ liegen lassen. Allerdings muss sie noch an ihrem Timing arbeiten, denn die Europa-Wahl war gestern 🙂

Die Katze Paula räumt um
Die Katze Paula räumt um

UUUUUÖÖÖÖÖÖ ÄÄÄÄÄÄÄUUUUUÖÖÖÖÖ!!!

Nein, ich bin nicht eingeschlafen und mit dem Kopf auf die Tastatur geknallt!

Die nicht besonders sinnig klingende Überschrift zu diesem Beitrag soll ungefähr die Geräuschkulisse wiedergeben, die im Hausflur zu hören ist, wenn ich mich erdreiste die Wohnung zu verlassen ohne meine Katze mitzunehmen … und dieses Meckern hört man sogar noch drei Stockwerke tiefer im Hausflur.

In vielerlei Hinsicht habe ich das Gefühl, dass die Seele meiner Katze Paula im falschen Körper wohnt, denn sehr viel an ihrem Verhalten erinnert mich weniger an das Verhalten einer Katze, als viel eher an das Verhalten eines treuen Hundes.

Die Katze Paula kann auch laut sein
Die Katze Paula kann auch laut sein

Dass sie mir in der Wohnung zum Beispiel auf Schritt und Tritt hinterherläuft und mich keine Sekunde aus den Augen lässt und das sie treu und still vor der geschlossenen Badezimmertüre auf mich wartet, bis ich wieder herauskomme, ist auch so eine Sache, die ich eher von einem Hund als einer Katze erwarten würden.

Und dieses Jaulen, das regelmäßig durch den Hausflur schallt, sobald ich aus der Wohnung bin, ist auch eher eine Hundesache (insb. was die Intonierung betrifft, die eher an einen Husky erinnert).

Keine Ahnung warum die Katze mich so sehr liebt oder (vielleicht nehme ich das als Dosenöffner eben auch falsch wahr) so große Besitzansprüche auf mich hat, dass sie nicht damit klarkommt, wenn auch mal das gemeinsame Zuhause verlasse.

Meine Nachbarn sagen zwar, sie hören die Katze immer wieder (vor allem wohl bei solchen Gelegenheiten), aber es stört sie nicht. Immerhin geht das Theater auch nicht lange.

Aber man braucht schon eine gewissere innere Härte, damit man nicht weich wird und doch wieder zur Katze zurückgeht – in dem Fall würde man ja nichts mehr erledigt bekommen, keine Besorgungen und nicht einmal den Müll könnte man noch rausbringen. Das würde der Katze auf Dauer sicher auch nicht gefallen…

Obwohl ich schon aus Kinder- und Jugendtagen viel Erfahrung im Umgang mit Katzen habe: hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt, dass ich mich von solch einem kleinen knuffigen Terror-Tiger so dermaßen meinem Alltag bestimmen lasse … ich hätte ihm sicherlich mit einer lässigen Geste den Vogel gezeigt.

Neues Zuhause

Hallo.

Ich bin Paula, die Katze.

Im Moment befinde ich mich mal wieder an einer meiner Lieblingsstellen: Mein Dosenöffner sitzt am Schreibtisch und da er nicht weit genug hinten auf der Sitzfläche des Stuhles saß, fand ich dort Platz um aufzuspringen und im diesem Moment klettere ich gerade an seinem Rücken hoch und schaue über seine Schultern, was da verdammt nochmal so wichtig ist und ihn von mir ablenkt.

Er schreibt – vermutlich über mich. Was denn sonst kann es in seinem Leben denn Wichtigeres geben als mich, seit ich im Februar bei ihm eingezogen bin?

Eigentlich war mein Einzug bei Dosenöffner völlig ungeplant. Er wollte zwar „irgendwann“ eine Katze, aber dass es dann plötzlich so schnell ging, war purer Zufall – was ich persönlich ganz gut finde, denn im Hammer Tierasyl gab man sich zwar alle Mühe mich gut unterzubringen und gut zu versorgen, aber dort bin ich eben nicht die einzige Katze. Bei meinem Dosenöffner bin ich aber die einzige Diva und das ist natürlich viel toller!

Mein Dosenöffner hatte die Wohnung auch nahezu perfekt für mich hergerichtet. Überall waren tolle Plätze eingerichtet, an denen ich es mir bequem machen konnte. Manche lagen versteckt und so, dass mich niemand sehen konnte und andere lagen weit oben auf exponierten Lagen, wo ich alles gut überblicken konnte, was in meinem neuen Revier so vor sich geht.

Angst bei der Erkundung der Wohnung kannte ich kaum. Ich war in meiner neuen Umgebung zwar ein wenig vorsichtig und spitzte bei Geräuschen meine Ohren, aber wenn mein Dosenöffner mitging, dann erkundete ich tapfer jeden Raum, jeden Schrank und jedes Regal. So hatte ich mir nach und nach die komplette Wohnung (2. Etagen) zu eigen gemacht … mit einer Ausnahme … weil ich eine tolerante Katze bin, gestehe ich es meinem Dosenöffner nämlich zu, dass er Wert darauf legt zumindest die kleine Menschentoilette für sich alleine zu haben. Allerdings achte ich streng und laut darauf, dass er dort nicht zuviel Zeit verbringt.

Gerne versteckte ich mich immer wieder in irgendwelchen sehr seltsamen Nischen und Winkeln, von denen mein Dosenöffner bisher gar keine Ahnung hatte. Dies hatte zwei Vorteile:

  1. Er suchte mich und wenn er mich gefunden hat, beschäftigt er sich auch viel intensiver mit mir (weil er froh ist, dass ich noch da und nicht ausgebrochen bin).
  2. Gewann mein Dosenöffner dadurch die Erkenntnis, in wie vielen Ecken meiner (früher: “seiner”) Wohnung noch Staub liegt.
Die Katze Paula - Schnurriges und Schmusiges
Die Katze Paula – Schnurriges und Schmusiges

Inzwischen hat mir mein Dosenöffner aber diverse Kommandos antrainiert. Ruft er zum Beispiel „woistdiekatze?!“ durch die Wohnung, komme ich immer angelaufen und gebe mich bei Ankunft auch mit einem hörbaren „Miau!“ zu erkennen. So muss er nicht mehr lange nach mir suchen und das funktioniert auch sehr gut – solange ich nicht schlafe, denn dann kommt es schon mal vor, dass ich ihn nicht wahrnehme. Aber wenn ich wach bin, komme ich immer wie gewünscht angelaufen.

Mein Dosenöffner auch die Angewohnheit Schubladen nicht ganz zu schließen (eine Macke aus Kindheitstagen, wie er mir erzählt hat) und ich erziehe ihn dadurch, indem ich mit meiner Pfote in jeden nicht komplett geschlossenen Schubladenschlitz komme und dadurch die Schublade öffnen kann, denn den Inhalt solchen Schubladen finde ich höchst interessant.

Außerdem ist es eine gute Gelegenheit Konsumkritik zu üben! Wieso braucht Dosenöffners Freundin eigentlich so viele Slips? Die kann man doch auch mal waschen und muss nicht 365 Slips (für jeden Tag des Jahres) einen haben. Raus damit!!!! Dosenöffner hat sie dann wieder eingeräumt – vermutlich will er keinen Ärger mit seiner Freundin haben … oder er trägt sie selber, ich bin mir da noch nicht so ganz sicher.

Außer mir und Dosenöffner gibt es hier noch einen Mitbewohner, der mir allerdings ganz geheuer war. Die allermeiste Zeit liegt er nur faul unter einer Steckdose rum und macht gar nichts, aber einmal am Tag flippt er total aus und kontrolliert die ganze Wohnung mit seinen Fühlern. Die wachsen bei ihm vorne links und rechts raus (also wenn man “vorne” sagen kann, weil er hat kein Gesicht) und die drehen sich, wenn er durch die Wohnung geht. Ein seltsamer Zeitgenosse ist das und er schnurrt auch so komisch elektrisch … aber das Widerlichste an diesem Mitbewohner ist: er frisst echt jeden Dreck, den er findet. Total eklig … aber hinterher ist dafür der ganze Fußboden wieder frei von Staub und Katzenhaaren und einen sauberen Boden finde ich natürlich auch toll.

Ich hab mein Fressen ja in einer sauberen Ecke – auf einer sauberen Ablage weit weg von irgendwelchen Belästigungen wie Katzenklo oder Mülleimer. Dort steht mein persönlicher fröhlich plätschernder Trinkbrunnen (der immer anspringt sobald ich in der Nähe bin) und immer etwas Trockenfutter in einem sauberen Napf. Zwei Mal am Tag gibt mir Dosenöffner dann auch noch Nassfutter in einem zweiten Napf.

Dieser andere Mitbewohner hingegen frisst einfach alles, was er nur findet und egal wo er es findet. Sogar mein Trockenfutter, das ich mit viel Hingabe als moderne künstlerische Performance unter dem Arbeitstitel “Ich bin Katze, verwöhne mich!” rund um meine Fress-Ecke verteilt habe, hat er respektlos und ohne mich vorher zu fragen gefressen. Diesem Mitbewohner fehlt offensichtlich jegliches Kunstverständnis.

In diesem Sinne, Tatzen hoch!
Eure Paula