Spaß macht, was verboten ist

Als Katze ist es eben meine Natur, dass mir vor allem das Spaß macht und ungeheuren Reiz auf mich ausübt, was verboten ist – zumindest solange wie ein Dosenöffner anwesend ist.

Ich kann mich zum Beispiel wunderbar mit diesen seltsamen Drahtschnippseln beschäftigen, die meist mit Gummi überzogen sind und mit denen die Dosenöffner oft z.B. Kabel zusammenbinden.. Wenn mein Dosenöffner mal ein elektrisches Gerät kauft und er das Kabel dazu abwickelt, übersieht er manchmal, dass eines von diesen Drahtdingern auf dem Boden landet und damit spiele ich dann so lange, bis es Dosenöffner findet oder der Saugroboter versucht es aufzufressen.

Mein Dosenöffner möchte aber nicht, dass ich damit spiele, weil er Angst hat, ich könnte es verschlucken und deshalb nimmt er mir die immer sofort wieder weg und sagt, ich hätte genug anderes Spielzeug.

Ebenfalls großen Spaß machen mir die Räume, in die ich eigentlich nicht gehen darf. Dazu gehört zum Beispiel das kleine Badezimmer meines Dosenöffners. Deshalb setze ich mich jedes Mal, wenn er sich darin einschließt, vor die Türe und schreie so laut, dass er richtig Hektik bekommt möglichst bald wieder bei mir zu sein.

Manchmal, wenn er im Sommer die Türe offen lässt, springe ich über den Schuhschrank oben auf die geöffnete Türe drauf und stehe dann sehr wackelig oben auf der sich bewegenden Türe und tu so, als würde ich nicht mehr runterkommen, so dass mich mein Dosenöffner „retten“ muss.

Versuche ich aber sein kleines Badezimmer zu betreten, werde ich jedes Mal mit einem paar Spritzer Wasser aus dem Waschbecken oder der Dusche empfangen – deshalb habe ich es mir angewöhnt, mich dort nur noch hinein zu wagen, wenn er gerade nicht da ist und vergessen hat die Türe zu schließen.

Der absolut faszinierendste Ort in meinem gesamten Domizil ist der Schlafzimmerschrank meines Dosenöffners, denn der ist gleich mehrfach verboten und deshalb gleich mehrfach anziehend für mich!

Schubladen machen Katzen neugierig
Schubladen machen Katzen neugierig

Unten am Boden gib es zum Beispiel ein paar Schubladen und manchmal schaffe ich es diese Schubladen zu öffnen (vor allem wenn sie nicht ganz geschlossen sind) und dann habe ich riesigen Spaß daran den kompletten Inhalt aus den Schubladen zu holen und vor dem Schrank auf dem Boden zu verteilen.

Ich bin mir sicher, dass mein Dosenöffner beim Kauf des nächsten Schrankes darauf achtet, dass dort keine Griffe mehr montiert sind, die ich mit meinen Tatzen öffnen kann. Zum Glück muss er auf den neuen Schrank noch ein wenig hinarbeiten und außerdem ist er als Heimwerker echt eine Niete, sonst hätte er sicher die Griffe alten Schrank auch schon ausgetauscht.

Außerdem ist der Schlafzimmerschrank deshalb so reizvoll für mich, weil er das höchste Möbel in der Wohnung ist und ich habe es bisher von keiner Seite geschafft dieses Möbel zu ersteigen. Rechts davon ist zwar ein breites Regal, in dem Dosenöffner seine CDs aufbewahrt, aber ich falle jedes Mal runter, wenn ich versuche das Regal als Leiter zu verwenden. Einen anderen (viel praktischeren) Weg nach oben hat Dosenöffner leider mit so einem Mini-Gewächshaus zugebaut, damit ich es nicht auf den Schrank schaffe.

Wäre ich aber da mal oben, dann hätte mein Dosenöffner bestimmt mächtig Spaß, denn ich würde quasi als ein einziger Staubklumpen zurückkehren und natürlich würde ich dafür sorgen, dass ich den ganzen Staub schön gleichmäßig im Bett und auf der Couch verteile …

Wäre also besser, mein Dosenöffner macht endlich mal die Schrankoberseite sauber, bevor ich es doch noch irgendwie nach oben schaffe, denn dafür übe ich fast täglich!

Liebe Grüße,
eure Paula.