Gute Figur

Das haben Katzen im Laufe ihrer Entwicklung echt gut angestellt, dass sie immer eine gute Figur abgeben, ganz gleich was sie machen.

Selbst wenn sie nur den ganzen Tag faul auf der Fensterbank und ihrer geliebten Fußmatte liegen und sich die Sonne auf den Pelz brennen lassen, sehen sie klasse dabei aus.

Die Katze Paula sonnt sich
Die Katze Paula sonnt sich

Spaß macht, was verboten ist

Als Katze ist es eben meine Natur, dass mir vor allem das Spaß macht und ungeheuren Reiz auf mich ausübt, was verboten ist – zumindest solange wie ein Dosenöffner anwesend ist.

Ich kann mich zum Beispiel wunderbar mit diesen seltsamen Drahtschnippseln beschäftigen, die meist mit Gummi überzogen sind und mit denen die Dosenöffner oft z.B. Kabel zusammenbinden.. Wenn mein Dosenöffner mal ein elektrisches Gerät kauft und er das Kabel dazu abwickelt, übersieht er manchmal, dass eines von diesen Drahtdingern auf dem Boden landet und damit spiele ich dann so lange, bis es Dosenöffner findet oder der Saugroboter versucht es aufzufressen.

Mein Dosenöffner möchte aber nicht, dass ich damit spiele, weil er Angst hat, ich könnte es verschlucken und deshalb nimmt er mir die immer sofort wieder weg und sagt, ich hätte genug anderes Spielzeug.

Ebenfalls großen Spaß machen mir die Räume, in die ich eigentlich nicht gehen darf. Dazu gehört zum Beispiel das kleine Badezimmer meines Dosenöffners. Deshalb setze ich mich jedes Mal, wenn er sich darin einschließt, vor die Türe und schreie so laut, dass er richtig Hektik bekommt möglichst bald wieder bei mir zu sein.

Manchmal, wenn er im Sommer die Türe offen lässt, springe ich über den Schuhschrank oben auf die geöffnete Türe drauf und stehe dann sehr wackelig oben auf der sich bewegenden Türe und tu so, als würde ich nicht mehr runterkommen, so dass mich mein Dosenöffner „retten“ muss.

Versuche ich aber sein kleines Badezimmer zu betreten, werde ich jedes Mal mit einem paar Spritzer Wasser aus dem Waschbecken oder der Dusche empfangen – deshalb habe ich es mir angewöhnt, mich dort nur noch hinein zu wagen, wenn er gerade nicht da ist und vergessen hat die Türe zu schließen.

Der absolut faszinierendste Ort in meinem gesamten Domizil ist der Schlafzimmerschrank meines Dosenöffners, denn der ist gleich mehrfach verboten und deshalb gleich mehrfach anziehend für mich!

Schubladen machen Katzen neugierig
Schubladen machen Katzen neugierig

Unten am Boden gib es zum Beispiel ein paar Schubladen und manchmal schaffe ich es diese Schubladen zu öffnen (vor allem wenn sie nicht ganz geschlossen sind) und dann habe ich riesigen Spaß daran den kompletten Inhalt aus den Schubladen zu holen und vor dem Schrank auf dem Boden zu verteilen.

Ich bin mir sicher, dass mein Dosenöffner beim Kauf des nächsten Schrankes darauf achtet, dass dort keine Griffe mehr montiert sind, die ich mit meinen Tatzen öffnen kann. Zum Glück muss er auf den neuen Schrank noch ein wenig hinarbeiten und außerdem ist er als Heimwerker echt eine Niete, sonst hätte er sicher die Griffe alten Schrank auch schon ausgetauscht.

Außerdem ist der Schlafzimmerschrank deshalb so reizvoll für mich, weil er das höchste Möbel in der Wohnung ist und ich habe es bisher von keiner Seite geschafft dieses Möbel zu ersteigen. Rechts davon ist zwar ein breites Regal, in dem Dosenöffner seine CDs aufbewahrt, aber ich falle jedes Mal runter, wenn ich versuche das Regal als Leiter zu verwenden. Einen anderen (viel praktischeren) Weg nach oben hat Dosenöffner leider mit so einem Mini-Gewächshaus zugebaut, damit ich es nicht auf den Schrank schaffe.

Wäre ich aber da mal oben, dann hätte mein Dosenöffner bestimmt mächtig Spaß, denn ich würde quasi als ein einziger Staubklumpen zurückkehren und natürlich würde ich dafür sorgen, dass ich den ganzen Staub schön gleichmäßig im Bett und auf der Couch verteile …

Wäre also besser, mein Dosenöffner macht endlich mal die Schrankoberseite sauber, bevor ich es doch noch irgendwie nach oben schaffe, denn dafür übe ich fast täglich!

Liebe Grüße,
eure Paula.

Montag (Bild)

Katze müsste man sein und sollte Montags einfach liegenbleiben ….

Katze müsste man sein
Katze müsste man sein

Guten Abend, gut Nacht

Seit Paula bei mir eingezogen ist gehörte mein Bett nicht mehr mir alleine, das war relativ schnell klar – zumindest für Paula.

Es gibt natürlich sehr unterschiedliche Meinungen darüber, ob eine Katze mit ins Bett dürfen soll oder nicht. Ich muss eingestehen, dass es bis zu Paulas Ankunft eine Katze im Bett für mich ein „No Go“ war. Mehr noch: ich hatte es sogar zur Bedingung gemacht, dass (sollte ich jemals eine Wohnung wieder mit einer Katze teilen) die Katze nicht einmal ins Schlafzimmer darf.

Aber wie das so ist… der Katzenpapa denkt, aber die Katze lenkt.

Ich erinnere mich mich nicht mehr wie lange es gedauert hat, aber innerhalb ganz weniger Tage war es schon Routine, dass Paula Nachts ebenfalls im Bett pennt… da ließ sich auch gar nichts anderes machen.

Ich muss aber auch sagen, dass Paula extrem wenig haart. Ich kenne das von allen anderen Katzen sehr viel extremer. Bei Paula muss man die Haare auf Polstern und Kissen, auf denen sie liegt schon suchen. Ich scheine in dieser Hinsicht mit diesem Tier ein ziemlich glückliches Händchen gehabt zu haben.

Die Katze Paula - Schnurriges und Schmusiges
Die Katze Paula – Schnurriges und Schmusiges

Die erste Zeit legte sich Paula dezent am Fußende in eine Ecke. Das war die Nacht durch oft etwas mühsam, denn ich musste schon aufpassen, dass ich mich nicht zu spontan drehte und wendete und dabei womöglich die ebenfalls schlafende und daher nicht so schnell reagierende Katze mit meinen Füßen traf.

Wenn ich die Beine etwas auseinander hatte, pennte Paula mit Vorliebe zwischen den Beinen. Das war dann natürlich noch blöder und auf Dauer unbequemer für mich, daher habe ich mir ziemlich schnell abgewöhnt noch so zu liegen – selbst wenn es im Sommer Nachts ziemlich heiß war.

Irgendwann vor einigen Monaten – ich weiß gar nicht mehr wie das genau gekommen ist – begann Paula dann nicht mehr am Fußende zu schlafen, sondern legt sich seither immer zwischen meine Seite und meinen Oberarm um dort laut schnurrend einzuschlafen. Wenn es kalt ist merke ich, dass sie sich dabei ziemlich an mich drückt.

Das wäre eigentlich auch unbequem für mich, wenn ich die ganze Nacht so liegen müsste, aber sobald ich eingeschlafen bin, scheint Paula aufzustehen und dann in ihre Kuschel-Höhle umzuziehen, die direkt neben dem Bett steht und die ich kuschelig warm eingerichtet habe.

Ich glaube nicht dass sie nur deshalb bei mir bleibt, bis ich eingeschlafen bin. Ich glaube eher, dass ich in dieser Position (bei der ich mit meinem Gesicht recht nah an Paula bin) nach dem Einschlafen alsbald mit Schnarchen beginne. Daher glaube ich eher, dass es meine Schlaf-Akustik ist, welche die Katze dann über einen Ortswechsel nachdenken lässt.

Am Anfang hatte ich heftige Probleme einzuschlafen, wenn Paula so bei mir lag. Ihre deutlich spürbaren Atmenbewegungen und auch die schnelle Frequenz ihres beim Schnurren hörbaren Atmens passte so gar nicht zu meinen tieferen und ruhigeren Atemzügen und brachte mich regelrecht aus dem Konzept ruhig atmend einzudämmern. Inzwischen hat sich das aber gelegt und wenn ich mal einschlafe ohne dass etwas neben mir schnurrt, dann fehlt mir schon regelrecht etwas.

Ist schon seltsam wie schnell man sich an sowas gewöhnt und damit meine ich nicht nur mich, sondern auch meine Katze. Paula macht sich zur Schlafenszeit manchmal auch direkt bemerkbar, dass es jetzt Zeit für mich wird ins Bett zu gehen. Dann sitzt sie am Eingang zum Schlafzimmer und miaut bis ich hinterher komme.

Nun, ich würde wirklich nicht sagen, dass ich mir von meiner Katze den Tagesablauf diktieren lasse (zumal ich sehr oft sehr früh ins Bett gehe, weil ich morgens immer ein Problem damit habe auszuschlafen und sehr häufig schon um 04:00 Uhr oder 04:30 Uhr ungewollt senkrecht im Bett stehe und nicht mehr einschlafen kann), aber ich muss doch sagen, wenn ich die Gelegenheit habe mit der Katze kuschelnd einzuschlafen, lasse ich mich doch ganz gern überreden ins Bett zu liegen, anstatt vielleicht noch eine Stunde wach zu bleiben.

Ich denke, dass jeder, der ebenfalls von seiner Katze im Bett bekuschelt wird, da eine ziemlich ähnliche Einstellung haben wird. 🙂

Interessant finde ich aber folgende Beobachtung: dieses ankuschelnde Verhalten zeigt Paula wirklich nur im Bett im Schlafzimmer, aber auf sonst keiner anderen Liege-Gelegenheit in meiner Wohnung. Ich kann mich auf der Couch vor dem Fernsehen hinlegen so oft und lange ich will, da bleibt Paula immer ca. 20cm auf Abstand, wenn sie sich dazulegt. Bisher bin ich noch nicht dahintergekommen, was im Schlafzimmer hier einen Unterschied macht.

Aber mit dem Versuch seine Katze und deren Verhalten bis ins Detail zu verstehen verbringt man eigentlich auch ein ganzen Katzenleben … und immer, wenn man denkt, jetzt hat man seine Katze endlich durchschaut und kann ihr Verhalten berechnen, macht sie wieder genau das Gegenteil dessen, was man von ihr gewohnt ist.

So sind sie. Deshalb mögen wir sie auch.

Die Katze Paula - Schnurriges und Schmusiges
Die Katze Paula – Schnurriges und Schmusiges

NICHT tot (Bild)

Die Katze Paula - Schnurriges und Schmusiges
Die Katze Paula – Schnurriges und Schmusiges

Die Schwierigkeit im Leben eines Dosenöffners ist es manchmal auf den ersten Blick zu erkennen, wann seine Katze mausetot ist und wann sie sich einfach nur gechillt ausruht …

Morgendliche Rituale

Es ist seit Monaten jeden Morgen immer das gleiche mit Paula.

Irgendwann zwischen 04:30 Uhr 06:00 Uhr meldet sich mein Handy mit einer sehr dezenten Melodie ganz leise zu Wort um mich aufzuwecken. Ein Griff auf den Nachttisch nebenan und das Handy verstummt und keine zwei Sekunden danach habe ich plötzlich das ganze Gesicht voller Schnurrhaare, denn Paula ist auf die Matratze gesprungen und schnurr laut in meinem Gesicht herum um die Lage zu checken.

Entweder streichle ich die Katze (dann weiß sie, dass ich mich jetzt sofort aus dem Bett erhebe) oder ich dreh mich einfach auf die Seite mit Gesicht zur Bettkante und dann dreht sich Paula immer ein oder zwei Mal um und legt sich dann eng an meinen Oberkörper und drückt sich schnurrend an mich.

Am Anfang war das ziemlich ungewohnt für mich und bedingt durch ihr sehr lautes Schnurren und ihre (im Vergleich zu mir) viel schnellere Atemfrequenz konnte ich gar nicht mehr einschlafen. Inzwischen ist das kein Problem mehr, selbst wenn die Katze manchmal so sehr schnurrt, dass die ganze Matratze vibriert – und das will schon was heißen, denn immerhin liege ich mit mehr als 100kg daneben auf der Unterlage und spüre dennoch etwas.

Wenn ich mich dann (manchmal eben ein paar Minuten später) entscheide aufzustehen, hüpft Paula immer vor mir von der Bettkante und wartet an der offenen Schlafzimmertüre, ob ich auch wirklich folge.

Auffällig ist, dass sie keinen Ton von sich gibt, abgesehen von einem einzigen ganz kurzen „Miau“ und zwar exakt in dem Moment, als sie zu mir auf die Matratze springt. Davor und danach ist sie im Schlafzimmer immer absolut still und meldet sich erst dann mit Miauen zu Wort, wenn ich das Schlafzimmer verlassen habe.

Selbst wenn ich mal richtig lange ausschlafe und die Katze schon zwei oder drei Stunden neben mir auf der Matratze liegt, gibt sie kein Miau von sich und versucht auch in keiner Weise mich irgendwie aufzuwecken, obwohl sie natürlich Hunger hat und ihre morgendliche Portion Nassfutter erwartet.

Das ist natürlich sehr komfortabel, wenn die Katze soviel Anstand hat im Schlafzimmer keinen Radau zu machen. Ich frage mich aber, woher sie das hat, denn ich habe ihr das nicht beigebracht.

Die Zeit zwischen dem Aufstehen und dem Moment in dem ich die Wohnung verlasse, verbringe ich unterschiedlich (mal am PC, mal mit aufräumen) aber egal was ich auch mache, jetzt ist Paula auf jeden Fall immer lautstark dabei mich daran zu erinnern, dass ich sie gefälligst lieb haben muss. Ohne sie wenigstens einmal auf den Arm zu nehmen ist gar nicht daran zu denken, dass sie wenigstens etwas Ruhe geben könnte.

Ich nehme mir morgens daher immer ganz bewusst Zeit für meine Katze um mit ihr zu spielen oder sie irgendwie zu beschäftigen. Aber sie spürt es auch ganz deutlich, wenn der Zeitpunkt kommt an dem ich mich auf den Weg zur Arbeit machen muss.

Wenn ich mir zum Beispiel meine Schuhe anziehen will, macht sie sich oft einen Spaß daraus mit ihren Vorderpfoten in meine Schuhe zu steigen und darin stehen zu bleiben, so als wollte sie durch eine Schuh-Blockade verhindern dass ich die Wohnung verlasse.

Als kleinen Kompromiss dafür, dass sie mich gehen lassen muss, gibt es jeden Morgen zum Abschied das Activity-Brett frisch mit ein paar Leckerlis bestückt (jeden Tag etwas anderes), so dass sie abgelenkt ist, wenn ich mich dann auf und davon mache.

So geht es jeden Morgen zu, seit Paula bei mir ist. Wenn ich lese, wie andere Katzenbesitzer darüber schimpfen, dass ihre Katze sie morgens mit viel Radau weckt, dann bin ich immer sehr froh darüber, dass Paula in dieser Hinsicht so zurückhaltend ist.

So, Zeit um ins Bett zu gehen … aber wie das abläuft, davon schreibe ich erst beim nächsten Mal. 🙂

Der Katzenpapa