Sonntag 04:48 Uhr, schlaflos

Immer wieder lese ich im Internet davon, dass sich Dosenöffner darüber ärgern, dass sie in aller Herrgottsfrühe von ihren Katzen geweckt werden und sie deshalb am Wochenende nicht ausschlafen könnten … solche Probleme würde ich mir wünschen!

Wir bereits berichtet ist Paula außerordentlich brav und rücksichtsvoll in meinem Schlafzimmer unterwegs und diese Woche kam es gleich drei Mal vor, dass ich vor meiner Katze aus den Federn bin, weil ich einfach nicht mehr schlafen konnte.

Auch heute habe ich Paula dadurch geweckt, dass ich mich (obwohl vom Gefühl her todmüde) schon eine ganze Weile schlaflos im Bett hin und her gewälzt habe und letztlich dann entnervt aufgestanden bin.

Nun sitze ich hier vor dem PC und dennoch fallen mir bald die Augen zu – nur dass ich eben nicht mehr schlafen kann.

Solche Anwandlungen hatte ich eigentlich immer schon, aber mit meiner Katze Paula ist die Zeit morgens wenigstens angenehmer zu verbringen, denn gleich nachdem sie ihr Frühstück von mir bekommen hat (das ist auch unter der Woche meist so um 05:00 Uhr) ist Paula dann immer ganz besonders kuschelbedürftig – viel mehr als über den restlichen Tag ohnehin schon.

An Tagen wie heute, wenn ich nicht zur Arbeit muss, habe ich auch die entsprechende Zeit. Im Moment liegt sie aber auf meinen Unterarmen und genießt wohl die angenehm Bewegungen am Bauch, die dann entstehen, wenn ich auf der Tastatur schreibe. Und gleich nach diesem Eintrag, der sicher nicht lang werden wird, werde ich mit Paulas zweiter Lieblingsbeschäftigung an einem so frühen Tagesabschnitt beginnen: Katzen TV.

Katzen TV ist kein Fernsehsender, sondern so nenne ich eine Reihe von Videos, die ich über eine Playlist aus Youtube auf den Fernseher im Wohnzimmer bringe.

Paula mag es lange davor zu sitzen und diesen Videos zuzusehen. Dann sitzt sie auf der Couch und schnurrt vor sich hin, während ihr Kopf aufmerksam allen Bewegungen folgt.

Die Katze Paula - Schnurriges und Schmusiges
Die Katze Paula – Schnurriges und Schmusiges

In ganz seltenen Momenten setzt sie sich auch mal direkt vor den Bildschirm (so dass die Nase fast den Monitor berührt) und versucht die eine oder andere Maus mit ihren Pfoten zu erwischen, obwohl die Tiere auf dem großen Bildschirm meist viel größer sind als Paula selbst. Um den Bildschirm muss ich mir aber keine Sorgen machen, denn der ist sehr schwer (ist noch eine alte Bauweise) und Paula setzt dabei keine Krallen ein, sondern tappt bloß. Ich muss mir wohl am ehesten darüber Sorgen machen, ob Paula mal eine Brille braucht, aber so lange sitzt sie nun auch wieder nicht vor der Glotze.

Tatsächlich führt die akustische Stimmung dieser Videos (das friedliche Zwitschern im Wald und das leichte Rascheln der Mäuse) dazu, dass ich es am Wochenende manchmal auch schaffe auf der Couch noch eine Stunde Schlaf nachzuholen, während Paula aufpasst, dass mich keine dieser Videotiere im Schlaf überfällt … 🙂

Es gibt hunderte solcher Videos für Katzen auf Youtube, aber den Link zu einem besonders langen Video habe ich euch hier mal zur Verfügung gestellt: https://www.youtube.com/watch?v=5Gi1djkgB5k

Ich hab den Link eben mal getestet und schon war Paula wieder in Action-Stimmung … und weil mein PC-Monitor viel empfindlicher als der Fernseher ist, werde ich Paula und mich jetzt auf die Couch verlegen.

So bekommt man einen hoffnungslos frühen Sonntagmorgen im Winter auch rum … im Sommer wäre das ja nicht so wild, da kann man jetzt schon eine Runde radeln oder so … aber im Winter ist es eben doch öde um diese Zeit (aktuell jetzt 05:20 Uhr).

Morgendliche Rituale

Es ist seit Monaten jeden Morgen immer das gleiche mit Paula.

Irgendwann zwischen 04:30 Uhr 06:00 Uhr meldet sich mein Handy mit einer sehr dezenten Melodie ganz leise zu Wort um mich aufzuwecken. Ein Griff auf den Nachttisch nebenan und das Handy verstummt und keine zwei Sekunden danach habe ich plötzlich das ganze Gesicht voller Schnurrhaare, denn Paula ist auf die Matratze gesprungen und schnurr laut in meinem Gesicht herum um die Lage zu checken.

Entweder streichle ich die Katze (dann weiß sie, dass ich mich jetzt sofort aus dem Bett erhebe) oder ich dreh mich einfach auf die Seite mit Gesicht zur Bettkante und dann dreht sich Paula immer ein oder zwei Mal um und legt sich dann eng an meinen Oberkörper und drückt sich schnurrend an mich.

Am Anfang war das ziemlich ungewohnt für mich und bedingt durch ihr sehr lautes Schnurren und ihre (im Vergleich zu mir) viel schnellere Atemfrequenz konnte ich gar nicht mehr einschlafen. Inzwischen ist das kein Problem mehr, selbst wenn die Katze manchmal so sehr schnurrt, dass die ganze Matratze vibriert – und das will schon was heißen, denn immerhin liege ich mit mehr als 100kg daneben auf der Unterlage und spüre dennoch etwas.

Wenn ich mich dann (manchmal eben ein paar Minuten später) entscheide aufzustehen, hüpft Paula immer vor mir von der Bettkante und wartet an der offenen Schlafzimmertüre, ob ich auch wirklich folge.

Auffällig ist, dass sie keinen Ton von sich gibt, abgesehen von einem einzigen ganz kurzen „Miau“ und zwar exakt in dem Moment, als sie zu mir auf die Matratze springt. Davor und danach ist sie im Schlafzimmer immer absolut still und meldet sich erst dann mit Miauen zu Wort, wenn ich das Schlafzimmer verlassen habe.

Selbst wenn ich mal richtig lange ausschlafe und die Katze schon zwei oder drei Stunden neben mir auf der Matratze liegt, gibt sie kein Miau von sich und versucht auch in keiner Weise mich irgendwie aufzuwecken, obwohl sie natürlich Hunger hat und ihre morgendliche Portion Nassfutter erwartet.

Das ist natürlich sehr komfortabel, wenn die Katze soviel Anstand hat im Schlafzimmer keinen Radau zu machen. Ich frage mich aber, woher sie das hat, denn ich habe ihr das nicht beigebracht.

Die Zeit zwischen dem Aufstehen und dem Moment in dem ich die Wohnung verlasse, verbringe ich unterschiedlich (mal am PC, mal mit aufräumen) aber egal was ich auch mache, jetzt ist Paula auf jeden Fall immer lautstark dabei mich daran zu erinnern, dass ich sie gefälligst lieb haben muss. Ohne sie wenigstens einmal auf den Arm zu nehmen ist gar nicht daran zu denken, dass sie wenigstens etwas Ruhe geben könnte.

Ich nehme mir morgens daher immer ganz bewusst Zeit für meine Katze um mit ihr zu spielen oder sie irgendwie zu beschäftigen. Aber sie spürt es auch ganz deutlich, wenn der Zeitpunkt kommt an dem ich mich auf den Weg zur Arbeit machen muss.

Wenn ich mir zum Beispiel meine Schuhe anziehen will, macht sie sich oft einen Spaß daraus mit ihren Vorderpfoten in meine Schuhe zu steigen und darin stehen zu bleiben, so als wollte sie durch eine Schuh-Blockade verhindern dass ich die Wohnung verlasse.

Als kleinen Kompromiss dafür, dass sie mich gehen lassen muss, gibt es jeden Morgen zum Abschied das Activity-Brett frisch mit ein paar Leckerlis bestückt (jeden Tag etwas anderes), so dass sie abgelenkt ist, wenn ich mich dann auf und davon mache.

So geht es jeden Morgen zu, seit Paula bei mir ist. Wenn ich lese, wie andere Katzenbesitzer darüber schimpfen, dass ihre Katze sie morgens mit viel Radau weckt, dann bin ich immer sehr froh darüber, dass Paula in dieser Hinsicht so zurückhaltend ist.

So, Zeit um ins Bett zu gehen … aber wie das abläuft, davon schreibe ich erst beim nächsten Mal. 🙂

Der Katzenpapa