Bitte nicht quälen

Heute möchte ich nur mal ganz kurz ein kleines Anliegen loswerden, das mir immer wieder in den Sinn kommt, wenn ich Katzenbilder auf Instagram anschaue.

Ich weiß, dass viele Dosenöffner eben wenig Ahnung von Fotografie und Belichtung haben und bei den heutigen Fotoapparaten und Smartphones ist die Software und die Leistung des Blitzes auch schon so gut, dass man in 99% der Fälle einfach nur noch auf das Motiv „draufhalten“ muss und die Automatik tut ihren Rest dazu, damit es ein tolles Foto wird.

Worüber viele Dosenöffner aber leider nicht nachdenken ist, ob uns Katzen (und den Katern natürlich auch) so ein Blitz in den Augen weh tut und für uns zumindest sehr unangenehmen Stress bedeutet.

Unsere Augen sind für viele Dosenöffner faszinierend in ihrer Wirkung, aber es sind auch hochspezialisierte Werkzeuge. Wir Katzen sind Dämmerungsjäger und daher sind unsere Augen speziell an ein verbessertes Sehen in lichtarmen Situationen angepasst.

Unsere Pupillen können sich im Verhältnis zum Beispiel drei Mal so weit öffnen wie das bei Dosenöffnern der Fall ist. Wenn ihr schon einmal aus nächster Umgebung einen Fotoblitz unvorbereitet ins Auge geblitzt bekommen habt und euch das unangenehm vorkam, dann überlegt mal, wie unangenehm das erst sein muss, wenn eure Pupillen noch drei Mal weiter gewesen wären als ohnehin schon.

Außerdem haben wir Katzen auf unserer Netzhaut vergleichsweise sehr viel mehr lichtempfindliche Punkte („Stäbchenzellen“) als ihr und das Licht, das unsere Sehzellen nicht erreicht, wird (im Gegensatz zu euren Augen) bei uns zudem durch eine reflektierende Schicht noch einmal auf unsere Netzhaut zurückgeworfen und quasi nochmal von uns gesehen.

So hoch-effektiv arbeiten unsere Augen, damit wir auch noch in echt dunkler Umgebung jedes Beutetier und jede Gefahr wahrnehmen können!

Und jetzt stellt euch vor, wie sich das für uns Katzen anfühlen muss, wenn uns dann jemand aus kurzer Distanz im Sekundentakt in die Augen blitzt! Ich denke, ihr werdet nachvollziehen können, wie unangenehm das für uns ist.

Übrigens ist das auch mit ein Grund, wieso viele meiner Artgenossen Nachts überfahren werden – weil wir mir unseren Augen (die sich eben im „Nachtmodus“ befinden) dann geblendet sind, wenn plötzlich ein Auto mit krass hellen Scheinwerfern auf uns zukommt. Da wissen wir manchmal dann gar nicht wohin, weil wir kurzzeitig komplett „geflasht“ sind.

Mir ist klar, dass man als autofahrender Dosenöffner da oft viel zu wenig Reaktionszeit (bzw. Reaktionsstrecke) hat, um das Licht am Auto abzublenden und uns die Gelegenheit zu geben zu flüchten. Zuhause mit euren Fotoapparaten und Smartphones und Tablets ist das aber etwas anderes, denn hier habt ihr mehr als genug Zeit, euch zu überlegen, was ihr da gerade tut.  Also prüft doch bitte wenigstens zuhause, ob ihr wirklich einen Blitz braucht, wenn ihr uns fotografiert.

Die Katze Paula aufgenommen mit dem Fenster im Rücken des Fotografen
Die Katze Paula aufgenommen mit dem Fenster im Rücken des Fotografen

Manchmal ist es zum Beispiel möglich uns von der Lichtseite her zu fotografieren (wenn wir vor dem Fenster sitzen). Dann fotografiert nicht von innen nach außen gegen das Licht, sondern fotografiert mit der Lichtrichtung von außen nach innen. Außerdem entsteht in unseren weit geöffneten Pupillen auch immer ein schöner glänzender Effekt, wenn ihr das Fenster im Rücken habt. Dafür müsst ihr vielleicht mal von der Couch aufstehen, aber ihr bekommt dann vielleicht auch ein schöneres Foto!

Schaltet zum Beispiel auch den ISO-Wert an euren Geräten hoch (wenn ihr wisst, wie das geht), so dass sich der Blitz nicht immer gleich einschaltet und wenn ihr schon blitzen müsst, dann konzentriert euch beim fotografieren, so dass ihr uns wenigstens nur einmal dem Blitz aussetzen müsst und nicht zehn Mal in einer Minute.

Mein Dosenöffner fotografiert mich oft und auch er hat schon den Blitz eingesetzt wenn es gar nicht anders ging. Aber er macht das nie aus geringer Distanz und möglichst indirekt und versucht (wenn es geht) wenigstens mit einem Dauerlicht zu arbeiten – was (zugegeben) auch nicht jeder Zuhause hat… dennoch ist eine Schreibtischlampe, die man mal kurz platziert, für mich noch immer angenehmer als ein plötzlicher Blitz, auf den ich mich nicht einstellen konnte.

Und wenn mein Dosenöffner merkt, dass es nun einmal nicht vernünftig machbar ist ein schönes Bild aufzunehmen, weil ich mich ungünstig platziert habe oder er zuviel künstliche Belichtung einsetzen muss, dann lässt er sein Vorhaben eben einfach sein und wartet auf die nächste bessere Gelegenheit mich zu fotografieren.

Versteht mich bitte nicht falsch: ich finde Katzenfotos auch echt toll, aber am tollsten finde ich die Katzenfotos, bei denen sich meine Artgenossen nicht unangenehm fühlen mussten.

Liebe Grüße
eure Paula

Montag (Bild)

Katze müsste man sein und sollte Montags einfach liegenbleiben ….

Katze müsste man sein
Katze müsste man sein

NICHT tot (Bild)

Die Katze Paula - Schnurriges und Schmusiges
Die Katze Paula – Schnurriges und Schmusiges

Die Schwierigkeit im Leben eines Dosenöffners ist es manchmal auf den ersten Blick zu erkennen, wann seine Katze mausetot ist und wann sie sich einfach nur gechillt ausruht …