Fotos und Leckerlis

Ich schau nur dann immer brav in Richtung Fotokamera, wenn mein Dosenöffner in der gleichen Hand auch das Leckerli hält, das ich haben will …

Leckerli bei der Kamera
Leckerli bei der Kamera

NICHT tot (Bild)

Die Katze Paula - Schnurriges und Schmusiges
Die Katze Paula – Schnurriges und Schmusiges

Die Schwierigkeit im Leben eines Dosenöffners ist es manchmal auf den ersten Blick zu erkennen, wann seine Katze mausetot ist und wann sie sich einfach nur gechillt ausruht …

Neues Zuhause

Hallo.

Ich bin Paula, die Katze.

Im Moment befinde ich mich mal wieder an einer meiner Lieblingsstellen: Mein Dosenöffner sitzt am Schreibtisch und da er nicht weit genug hinten auf der Sitzfläche des Stuhles saß, fand ich dort Platz um aufzuspringen und im diesem Moment klettere ich gerade an seinem Rücken hoch und schaue über seine Schultern, was da verdammt nochmal so wichtig ist und ihn von mir ablenkt.

Er schreibt – vermutlich über mich. Was denn sonst kann es in seinem Leben denn Wichtigeres geben als mich, seit ich im Februar bei ihm eingezogen bin?

Eigentlich war mein Einzug bei Dosenöffner völlig ungeplant. Er wollte zwar „irgendwann“ eine Katze, aber dass es dann plötzlich so schnell ging, war purer Zufall – was ich persönlich ganz gut finde, denn im Hammer Tierasyl gab man sich zwar alle Mühe mich gut unterzubringen und gut zu versorgen, aber dort bin ich eben nicht die einzige Katze. Bei meinem Dosenöffner bin ich aber die einzige Diva und das ist natürlich viel toller!

Mein Dosenöffner hatte die Wohnung auch nahezu perfekt für mich hergerichtet. Überall waren tolle Plätze eingerichtet, an denen ich es mir bequem machen konnte. Manche lagen versteckt und so, dass mich niemand sehen konnte und andere lagen weit oben auf exponierten Lagen, wo ich alles gut überblicken konnte, was in meinem neuen Revier so vor sich geht.

Angst bei der Erkundung der Wohnung kannte ich kaum. Ich war in meiner neuen Umgebung zwar ein wenig vorsichtig und spitzte bei Geräuschen meine Ohren, aber wenn mein Dosenöffner mitging, dann erkundete ich tapfer jeden Raum, jeden Schrank und jedes Regal. So hatte ich mir nach und nach die komplette Wohnung (2. Etagen) zu eigen gemacht … mit einer Ausnahme … weil ich eine tolerante Katze bin, gestehe ich es meinem Dosenöffner nämlich zu, dass er Wert darauf legt zumindest die kleine Menschentoilette für sich alleine zu haben. Allerdings achte ich streng und laut darauf, dass er dort nicht zuviel Zeit verbringt.

Gerne versteckte ich mich immer wieder in irgendwelchen sehr seltsamen Nischen und Winkeln, von denen mein Dosenöffner bisher gar keine Ahnung hatte. Dies hatte zwei Vorteile:

  1. Er suchte mich und wenn er mich gefunden hat, beschäftigt er sich auch viel intensiver mit mir (weil er froh ist, dass ich noch da und nicht ausgebrochen bin).
  2. Gewann mein Dosenöffner dadurch die Erkenntnis, in wie vielen Ecken meiner (früher: “seiner”) Wohnung noch Staub liegt.
Die Katze Paula - Schnurriges und Schmusiges
Die Katze Paula – Schnurriges und Schmusiges

Inzwischen hat mir mein Dosenöffner aber diverse Kommandos antrainiert. Ruft er zum Beispiel „woistdiekatze?!“ durch die Wohnung, komme ich immer angelaufen und gebe mich bei Ankunft auch mit einem hörbaren „Miau!“ zu erkennen. So muss er nicht mehr lange nach mir suchen und das funktioniert auch sehr gut – solange ich nicht schlafe, denn dann kommt es schon mal vor, dass ich ihn nicht wahrnehme. Aber wenn ich wach bin, komme ich immer wie gewünscht angelaufen.

Mein Dosenöffner auch die Angewohnheit Schubladen nicht ganz zu schließen (eine Macke aus Kindheitstagen, wie er mir erzählt hat) und ich erziehe ihn dadurch, indem ich mit meiner Pfote in jeden nicht komplett geschlossenen Schubladenschlitz komme und dadurch die Schublade öffnen kann, denn den Inhalt solchen Schubladen finde ich höchst interessant.

Außerdem ist es eine gute Gelegenheit Konsumkritik zu üben! Wieso braucht Dosenöffners Freundin eigentlich so viele Slips? Die kann man doch auch mal waschen und muss nicht 365 Slips (für jeden Tag des Jahres) einen haben. Raus damit!!!! Dosenöffner hat sie dann wieder eingeräumt – vermutlich will er keinen Ärger mit seiner Freundin haben … oder er trägt sie selber, ich bin mir da noch nicht so ganz sicher.

Außer mir und Dosenöffner gibt es hier noch einen Mitbewohner, der mir allerdings ganz geheuer war. Die allermeiste Zeit liegt er nur faul unter einer Steckdose rum und macht gar nichts, aber einmal am Tag flippt er total aus und kontrolliert die ganze Wohnung mit seinen Fühlern. Die wachsen bei ihm vorne links und rechts raus (also wenn man “vorne” sagen kann, weil er hat kein Gesicht) und die drehen sich, wenn er durch die Wohnung geht. Ein seltsamer Zeitgenosse ist das und er schnurrt auch so komisch elektrisch … aber das Widerlichste an diesem Mitbewohner ist: er frisst echt jeden Dreck, den er findet. Total eklig … aber hinterher ist dafür der ganze Fußboden wieder frei von Staub und Katzenhaaren und einen sauberen Boden finde ich natürlich auch toll.

Ich hab mein Fressen ja in einer sauberen Ecke – auf einer sauberen Ablage weit weg von irgendwelchen Belästigungen wie Katzenklo oder Mülleimer. Dort steht mein persönlicher fröhlich plätschernder Trinkbrunnen (der immer anspringt sobald ich in der Nähe bin) und immer etwas Trockenfutter in einem sauberen Napf. Zwei Mal am Tag gibt mir Dosenöffner dann auch noch Nassfutter in einem zweiten Napf.

Dieser andere Mitbewohner hingegen frisst einfach alles, was er nur findet und egal wo er es findet. Sogar mein Trockenfutter, das ich mit viel Hingabe als moderne künstlerische Performance unter dem Arbeitstitel “Ich bin Katze, verwöhne mich!” rund um meine Fress-Ecke verteilt habe, hat er respektlos und ohne mich vorher zu fragen gefressen. Diesem Mitbewohner fehlt offensichtlich jegliches Kunstverständnis.

In diesem Sinne, Tatzen hoch!
Eure Paula

Liebe auf den ersten Blick

Mein Dosenöffner sagt immer, er könne gar nicht begreifen, wieso ich überhaupt länger als einen Tag im Tierasyl verbringen musste, weil ich so eine Liebe und Süße wäre und er es nicht verstehen könne, wieso ich nicht gleich vom ersten Besucher wieder mitgenommen wurde.

Aber ich glaube, er ist ganz froh, dass es so gekommen ist, denn sonst wäre ich nicht mehr da gewesen als seine Freundin und er dem Tierasyl in Hamm einen Besuch abstatteten.

Eigentlich war von den beiden auch gar nicht geplant, dass sie mich haben wollten, denn sie wollten die Sache absichtlich ganz ruhig angehen und ohne Stress nach einer Katze suchen, die auch wirklich passt. Daher hatten sie sich schon von vorneweg untereinander so abgesprochen, sich lieber ein paar Monate immer wieder mal zu melden und sich in Ruhe umzuschauen, um dann “irgendwann” die richtige Kandidatin oder den richtigen Kandidaten zu treffen.

Dieses Mal kamen sie eigentlich nur deshalb so schnell wieder für einen Besuch ins Tierasyl, weil mein Dosenöffner ein wenig dusselig war und den Fragebogen (den Interessenten auszufüllen haben, wenn sie ein Tier übernehmen wollen) gleich nach seinem letzten Besuch zwei Wochen zuvor verloren hat.

Naja … und wenn man schon mal da ist, dann kann man doch auch nach den Katzen und Katern sehen … und da geschah es, dass wir uns an diesem Samstag das erste Mal trafen.

Man muss wissen, ich bin eine wirklich sehr kommunikative Katze. Ich miaue sehr viel und laut und wenn es um etwas geht, das ich wirklich will (zum Beispiel nach dem Fressen erstmal ausgiebig gestreichelt zu werden bis ich müde bin), schaffe ich halbe Portion dabei auch tiefe Tonlagen, um die mich sogar Louis Armstrong höchstselbst beneidet hätte.

Und laut wurde ich auch gleich, als mein Dosenöffner und seine Freundin vor mein Gehege traten. Ich bin aufgesprungen und mit einem lauten Dauer-Miau nach vorne ans Gitter gerannt und hab sie mit meinen riesig großen Augen (die noch viel größer wirken, weil ich eine ziemlich zierliche Katze bin) lieb angeschaut.

Jaha! Ich kann das!

Die liebe Katja vom Tierasyl war dann so nett und hat das Gitter auch mal aufgemacht, damit wir uns richtig beschnuppern konnten. Drei Leute auf einmal (zwei davon hab ich vorher noch nie gerochen) ist aber natürlich etwas viel für mich kleine Katze. Daher war ich am Anfang noch ein klein wenig vorsichtig, aber trotzdem schon anhänglich genug, dass sich Dosenöffners Freundin sofort rettungslos in mich verliebt hat.

Nur schwer konnten sich mein Dosenöffner und seine Freundin da wieder losreißen, aber es musste ja sein, denn auf “Katze mitnehmen” waren sie so schnell gar nicht vorbereitet und mir zu Liebe muss sowas eben auch richtig und nicht übereilt gemacht werden.

Daher war bei den beiden erstmal keine Rede von “Paula haben wollen”, aber mein Dosenöffner hat seiner Freundin dann schon deutlich angesehen, dass sie ihr Herz an mich verloren hat – immerhin war sie den Rest des Tages immer ziemlich traurig und hatte sogar Pipi in den Augen, wenn er sie auf mich angesprochen hat.

Am Tag darauf, es war Sonntagvormittag, hat mein Dosenöffner seiner Freundin gesagt, er müsste kurz spontan in die Firma. Sowas kommt im Job von Dosenöffner manchmal vor, daher hat sich seine Freundin nicht allzu sehr darüber gewundert.

In Wahrheit fuhr mein Dosenöffner aber gar nicht in die Firma, sondern ins Hammer Tierasyl (die haben nämlich auch Sonntags auf) und hat dort Katja gesagt, dass er mich nehmen wolle, aber eben noch ein paar Tage Zeit für die Vorbereitung benötigen würde.

So einfach mitnehmen geht ohnehin nicht, denn die Übergabe eines Tiers dauert ein paar Tage, weil die vom Tierasyl das ordentlich machen. Das geht damit los, dass der Fragebogen ausgefüllt werden muss und die Antworten auch zeigen sollen, dass man weiß, was man an Verantwortung übernimmt, wenn man ein Tier aufnimmt. Niemand ist geholfen, wenn das Tier nächste Woche wieder da ist und zwischendrin nur Stress hatte. Außerdem musste ich noch einmal von einem Tierarzt untersucht werden.

Aber wenigstens war jetzt sicher, wer mich tolle Katze nun bekommt und weil Dosenöffners Freundin davon nichts wusste, war ich obendrein noch eine tolle Überraschung!

Die Zeit bis zur Übergabe hat mein Dosenöffner dann genutzt um die Wohnung so gut wie möglich für mich vorzubereiten. Umgebaut werden musste deswegen nichts, aber eine Wohnung für Menschen ist nicht automatisch auch für Katzen gut. Gefährliche Dinge hat er zum Beispiel in geschlossene Schränke umgestellt und außerdem hat er einen vernünftigen (ungestörten) Platz für meine zwei Katzenklos und einen guten Platz für meine Fress-Ecke geschaffen.

Nur der Zeitpunkt der tatsächlichen Übergabe war ein wenig improvisiert, denn er musste zweimal umständehalber um einen Tag verschoben werden. Aber zum Glück ist das Team vom Tierasyl da sehr entgegenkommend.

Die eigentliche Übernahme lief dann ganz schnell. Mein Dosenöffner kam mit einer schönen großen neuen Transportbox (sowas gehört zur Grundausstattung, denn ich muss ja auch mal zum Tierarzt gebracht werden) und das Tierasyl gab mir noch eine kleine Decke mit (damit ich einen bekannten Geruch darin habe). Nach Regelung der Formalitäten (mein Dosenöffner musste natürlich auch eine Gebühr bezahlen) und Übergabe meiner Papier (Impfpass) konnte er mich dann mitnehmen.

Und wie es dann zuhause weiterging, das könnt ihr im ersten Paula-Blog auf dieser Seite hier lesen.

Eigentlich wollte mein Dosenöffner seine Freundin dann mit meiner Anwesenheit überraschen, wenn sie am Wochenende wieder hier gewesen wäre. Weil er aber schlimm krank wurde und die Freundin nicht da sein konnte, klappt es mit der Überraschung nicht wie geplant. Er hat ihr dann am Telefon gesagt, dass ich jetzt hier auf sie warte … weil ich so eine laute Katze bin, wäre sie nämlich früher oder später während eines Telefongesprächs von alleine drauf gekommen, dass es jetzt eine Katze im Haushalt gibt.

Da seine Freundin bald hier einziehen soll, wenn alles klappt, hab ich dann noch zwei Hände mehr zur Verfügung, die mich streicheln können …

Tatzen hoch!
Eure Paula

p.S: Übrigens… zum Glück bin ich eine Katze und kein Kater. Mein Dosenöffner hat nämlich darauf bestanden, im Falle eines Katers den Kater in “Günther” umzubenennen – einfach weil er den Namen für einen Kater so Banane findet…